Selbstbestimmtes Arbeiten im Team
Was beschreibt die Selbstbestimmungstheorie und warum ist sie für Führung relevant? Die Selbstbestimmungstheorie besagt, dass wir Menschen ein angeborenes Bedürfnis nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit haben. Werden diese Bedürfnisse erfüllt, sind wir motivierter, engagierter und zufriedener. Führungskräfte, die diese Prinzipien verstehen und in ihr Handeln integrieren, können ein Umfeld schaffen, das die intrinsische Motivation ihrer Mitarbeitenden fördert.
Autonomie
Autonomie bedeutet, selbstbestimmt zu handeln und Entscheidungen zu treffen. Führungskräfte erreichen dies, indem sie klare Ziele vorgeben und den Mitarbeitenden die Freiheit geben, ihren eigenen Weg zur Zielerreichung zu finden. Vertrauen und Delegation von Verantwortung ermöglichen es den Mitarbeitenden, sich eigenständig zu entfalten und innovative Lösungen zu finden.
Kompetenz
Das Bedürfnis nach Kompetenz bezieht sich darauf, sich fähig und wirksam zu fühlen. Führungskräfte können dies unterstützen, indem sie ihren Mitarbeitenden herausfordernde Aufgaben übertragen, die ihren Fähigkeiten entsprechen und dazu beitragen, dass diese weiter ausgebaut werden. Feedback und Anerkennung spielen hierbei eine wichtige Rolle, um den Mitarbeitenden das Gefühl zu geben, dass ihre Leistung geschätzt wird.
Soziale Eingebundenheit
Das Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit bezieht sich darauf, sich mit anderen verbunden und unterstützt zu fühlen. Führungskräfte können ein positives Arbeitsumfeld fördern, indem sie eine offene Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern fördern. Eine Kultur des Respekts und der Wertschätzung stärkt den Teamgeist und fördert ein Umfeld, in dem sich die Mitarbeitenden gegenseitig unterstützen können.
Insgesamt trägt die Anwendung der Prinzipien der Selbstbestimmungstheorie dazu bei, ein positives und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem die Mitarbeitenden intrinsisch motiviert sind, ihr Bestes zu geben. Führungskräfte, die die individuellen Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden verstehen und respektieren, tragen zu einer Kultur der Motivation und des Engagements bei.
Ein einfacher Check-up für dich und deine Mitarbeitenden
Die Übung „Inventur der Grundbedürfnisse“ kann als einfache Selbstreflexion oder als Instrument in einem Mitarbeitergespräch eingesetzt werden. Stellt euch die drei Prinzipien der Grundbedürfnisse als Gläser vor und überlegt, wie gut eure Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit erfüllt (bzw. in den Gläsern gefüllt) sind. Im zweiten Schritt überlegt ihr euch welcher Füllstand für euch erstrebenswert ist. Gibt es eine Differenz, dann überlegt gemeinsam welche Anpassungen gemacht werden müssen, damit eure Grundbedürfnisse ausreichend erfüllt werden.
Viel Spaß beim Ausprobieren!
Ich möchte noch mehr über Motivation und die Selbstbestimmungstheorie erfahren!
Quellen
- Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The "what" and "why" of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227-268.
- Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2004). Handbook of self-determination research. University Rochester Press.